Weitergabe von Kundendaten bei der Postbank?
Die Postbank sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert, sie soll die Daten ihrer Kunden an freie Handelsvertreter weitergegeben haben, so berichtete die Stiftung Warentest. Dabei hat die Bank sich nicht vorher von den Kunden die Erlaubnis dazu geholt. Um Einblicke in Vermögenswerte und Kontobewegungen von Kunden zu erhalten mussten freie Handelsvertreter lediglich den Name und das Geburtsdatum in eine Unternehmensdatenbank eingeben, wobei nicht einmal der Kunde selbst das ohne seine Chipkarte tun kann.
Die Postbank weist jedoch alle Vorwürfe von sich und versucht zu verdeutlichen, dass die Handelsvertreter im Auftrag der Postbank als Finanzberater auftreten und nicht frei arbeiten.
Die Stiftung Warentest steht jedoch zu ihren Vorwürfen und klagt die Postbank an, sie hätte versucht den Verkauf ihrer Produkte zu fördern. Auch Datenschützer halten einen solchen Datenmissbrauch für schwerwiegend.
Haben die Finanzberater, so wie die Postbank verlauten lässt, tatsächlich auf in ihrem Auftrag gehandelt ist die Nutzung der Daten nicht verwerflich, da sie dann teil des Vertrages ist. Außerdem betont die Postbank, dass ein Download der Kundendaten so gar nicht möglich sei und die Berater nur die nötigsten Informationen erhalten hätten.
Noch ist nicht klar ob die Anschuldigungen wahr sind oder nicht, aber auch wenn sie nicht stimmen bleibt ein bitterer Beigeschmack, denn klar ist, dass manche Unternehmen vor solchen Maßnahmen nicht zurückschrecken und manch einer schon von solch einem Datenmissbrauch betroffen war.
Gemeint sind die vergangene Datenmissbrauchs-Skandale anderer ehemalig staatlicher Konzerne, wie zum Beispiel die Datenpanne der Telekom, bei der Millionen von Handynummer und Kundendaten den Besitzer wechselten, oder auch das Abgleichen der persönlichen Daten der Mitarbeiter mit den Daten der Lieferanten, um sich vor Korruption zu schützen bei der Deutschen Bahn AG.
Da man seine persönlichen Daten immer häufiger angibt, sei es bei der Bonuskarte einer Supermarkt-Kette oder beim Arzt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man irgendwann Opfer einer Datenpanne oder eines Datenmissbrauchs wird.
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