Späte Einsicht

Vor ein paar Wochen sorgte der Versicherer Talanx für Aufsehen, weil das Unternehmen eine Klage gegen die Deutsche Bundesbank einreichte, da diese Talanx kein Girokonto gewähren wollte, diese sind schließlich hauptsächlich für Banken reserviert. Das Versicherungsunternehmen wollte sich dass allerdings nicht gefallen lassen, da es von der Finanzaufsicht mit den Banken auf eine Stufe gestellt wird und deshalb auch ein Krisensicheres Girokonto haben wollte, um die gleichen Voraussetzungen wie die Banken zu haben. Jetzt lässt das Versicherungsunternehmen über den Sprecher verlauten, dass es die Chancen für ein Girokonto bei der Bundesbank als sehr schlecht einstuft und nicht mehr damit rechnet eins zu bekommen. Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass das Unternehmen den Rechtsstreit nicht weiter verfolgen wird und keine Revision gegen das Urteil des Frankfurter Gerichts einlegen wird.
Im Februar hatte das Verwaltungsgericht die Klage des Versicherers abgelehnt und die Absage der Bundesbank auf die Forderung eines Girokontos damit bestätigt. Der Grund war aber weniger, dass die Bundesbank hauptsächlich Girokonten für Banken anbietet, sondern vielmehr die Argumentation des Versicherers. Dieser hatte versucht mithilfe des Grundsatzes der Gleichbehandlung im dritten Artikel des Grundgesetzes zu seinem Ziel zu kommen, das Verwaltungsgericht sah diese Argumentation allerdings als unzulässig und wies die Klage ab.
Wäre Talanx mit der Klage durch gekommen wären andere Großunternehmen diesem Beispiel gefolgt und hätten sich ebenfalls vor Gericht ein Girokonto erkämpft. Für die Banken wäre das fatal gewesen, denn sie hätten dann weniger Kapital und müssten das laufende Geschäft stark einschränken.
Für das Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt spricht, dass die Talanx von der Krise in Griechenland kaum betroffen ist und nur minimale Verluste zu verzeichnen hatte. Ein insolvenzsicheres Girokonto ist also für das Versicherungsunternehmen nicht ganz so wichtig wie für die Banken, die ohne dieses Konto schnell bankrott gehen können.  
Mittlerweile hat man im Vorstand des Versicherungsinstituts also eingesehen, dass die Konten bei  den Notenbanken nicht für alle Großunternehmen gedacht sind.

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